Am 5. August begeht Kroatien den Tag des Sieges und der Heimatdankbarkeit – den Tag der Befreiung. Am 5. August 1995, dem Weihetag der römischen Marienbasilika Santa Maria Maggiore, die im Volksmund mit dem Titel „Maria Schnee“ verbunden ist, wurde durch die Operation „Sturm“ (Oluja) ein großer Teil des damals besetzten kroatischen Gebietes befreit. Diese Operation leitete das Ende des blutigen Krieges in Kroatien ein.
Für viele Kroaten ist dieser Sieg nicht nur ein militärisches Ereignis, sondern auch ein Zeichen der Hilfe Gottes durch die Fürsprache der Gottesmutter. Was vielen außerhalb Kroatiens wenig bewusst ist: Dieser Sieg wurde von vielen Gläubigen als ein Sieg der Muttergottes verstanden – getragen vom Gebet, besonders vom Rosenkranz.
Am 6. Mai 1995, dem ersten Samstag des Monats Mai – dem Herz-Mariä-Sühnesamstag –, beteten kroatische Gläubige in Rom gemeinsam mit Papst Johannes Paul II. für den Frieden in Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Im Hof des heiligen Damasus im Vatikan wurde der Rosenkranz zur Friedenskönigin gebetet. Gläubige verschiedener Nationen schlossen sich diesem Gebet an. Nach dem Rosenkranz wandte sich der Heilige Vater an die kroatischen Gläubigen und sagte:
„Ich freue mich über die Anwesenheit einer Gruppe von Kroaten, die in Rom leben, darunter auch der Botschafter beim Heiligen Stuhl. Gemeinsam beteten wir zur Friedenskönigin in einer besonders schwierigen Zeit für die Völker des Balkans. Möge der Herr allen nahe sein, die ihn in Zeiten der Versuchung anrufen, und ihnen Frieden schenken.“
Nur wenige Monate später kam die Befreiung großer Teile Kroatiens. Viele kroatische Soldaten trugen den Rosenkranz und die Wundertätige Medaille bei sich. Für viele war der Rosenkranz ein Zeichen des Vertrauens auf den Schutz Mariens.
Die Geschichte Kroatiens ist auch eine Geschichte des Glaubens. Unter der Herrschaft der Osmanen und später unter dem kommunistischen Regime brachte das kroatische Volk viele Märtyrer hervor, die Christus und der Kirche treu blieben. Ihr Zeugnis wurde zu einem geistlichen Samen für die kroatische Kirche. Trotz Verfolgung und Leid bewahrte das Volk seine Verbundenheit mit Gott, der Kirche und der Gottesmutter.
Kroatien hat sich immer wieder der Muttergottes anvertraut. Diese marianische Frömmigkeit findet ihren Ausdruck im bekannten Lied:
„Rajska Djevo, Kraljice Hrvata“
„Himmlische Jungfrau, Königin der Kroaten“
Der Rosenkranz ist ein besonderes Gebet des Friedens, wie die Gottesmutter in Fatima darum gebeten hat. Der heilige Johannes Paul II. nannte den Rosenkranz in seinem Apostolischen Schreiben „Rosarium Virginis Mariae“ (2002) ein Gebet für den Frieden und eine Hilfe, die Menschen und Völker wieder zu Christus zu führen.
So bleibt für viele Kroaten der 5. August 1995 nicht nur die Erinnerung an einen militärischen Sieg, sondern vor allem ein Tag des Dankes: ein Zeichen des Vertrauens, dass Gott durch die Fürsprache der Königin des Friedens wirkt.
„Heilige Maria, Mutter Gottes, Königin der Kroaten und Königin des Friedens, bitte für uns!“


